Fressen
Fressen, der den Tieren zukommende Ausdruck, der auf Menschen nur angewandt wird, wenn sie in tierischer Weise der Unmäßigkeit frönen, Luk. 21,34; Röm. 13,13; Gal. 5,21; 1 Pe. 4,3, was allerdings in der röm. Welt zur Zeit Christi und der Apostel ein besonders verbreitetes Laster war.
Außerdem findet der Ausdruck vielfache bildliche Verwendung:
1) vom Feuer, 1 Kö. 18,38 und sonst;
2) von allmählich um sich greifenden Geschwüren, 3 Mo. 13,7 usw.; dies wieder übertragen auf eine Irrlehre, 2 Tim. 2,17;
3) vom Schwert, 5 Mo. 32,42;
4) besonders häufig von einem Feind, der einem Raubtier gleich über ein Volk und sein Besitztum herfällt, Ps. 14,4; Jes. 9,11; Jer. 30,16; Hos. 7,9; Mi. 3,3. Auch von Aussaugung der Armen, Sir. 13,23; Mt. 23,14. Doch kommt es auch ohne die schlimme Nebenbedeutung vor von einem kriegsmutig sich auf den Feind stürzenden Heer, 4 Mo. 14,9, vgl. 5 Mo. 7,16;
5) von Streitigkeiten, die „bissig“ geführt werden, Gal. 5,15;
6) „der Eifer um dein Haus hat mich gefressen“, Joh. 2,17 = ich eifere mich zu tot (Ps. 69,10);
7) das Leid in sich fressen = in sich hineindrücken und sich dann abgrämen, ohne doch darüber zu klagen, Ps. 39,3.null