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Frauen

Frauen. Indem wir auf den Artikel Ehe verweisen, bemerken wir hier über die Stellung der Frauen bei den Hebräern nur Folgendes. Die unwürdige Abhängigkeit, in welcher das Weib bei anderen, namentlich oriental. Völkern, dem Manne gegenübersteht, war nicht das Los der hebr. Frauen. Schon der bibl. Bericht über die Erschaffung des Weibes zeigt, daß die Frau nicht die Sklavin, sondern die Gehilfin des Mannes sein soll. Durch die Vielweiberei wurde freilich die ursprüngliche Gottesordnung gestört; aber nicht nur blieb die Einehe in Israel die Regel, sondern das Gesetz wehrte auch dem Einreißen heidnischen Wesens, namentlich heidnischer Entwürdigung des Weibes durch strenge Bestimmungen gegen die Unzucht. Die Schilderung aber, welche Spr. 31,10-31 von einem tugendsamen Weibe gegeben wird — vgl. Spr. 12,4; 18,22; Ps. 128; Sir. 26,2. 16 ff.

ist ein schönes Zeugnis für die Achtung der Hebräer vor dem weiblichen Geschlecht. Die Frauen wohnten in der patriarchalischen Zeit in eigenen Zelten oder doch in besonderen Abteilungen derselben. Später hatten sie in der Regel die hintersten Räume des Hauses inne. Sie vergeudeten ihre Zeit nicht mit Putz, mit Spielen und leerem Gerede; aber ebensowenig wurde ihnen zugemutet, für den Unterhalt der ganzen Familie zu sorgen. Vielmehr waren es im wesentlichen häusliche Geschäfte, die ihnen oblagen, wie die Pflege der Kinder, Kochen, Wasserholen, Backen, Spinnen, Weben, die Verfertigung von Kleidern, die Bereitung von Salben. Ärmere oder dienende Frauen hatten auch das Mahlen zu besorgen und sich an Feldgeschäften zu beteiligen. Bei Festlichkeiten tanzten Frauen und Jungfrauen gerne den Reigen und schlugen die Pauke. Möglich, daß auch die bei der Stiftshütte dienenden Weiber, 2 Mo. 38,8; 1 Sa. 2,22, bei den Gottesdiensten Musik zu machen hatten. Die ängstliche Absperrung des weiblichen Geschlechts war unbekannt, der Verkehr beider Geschlechter war ungezwungen. In Christo ist nicht Mann noch Weib, Gal. 3,28. Das Christentum hat die Geringschätzung des weiblichen Geschlechts, welche auch im Alten Testament nicht völlig überwunden ist, hinweggeräumt. Es ist bezeichnend, daß der Herr Jesus gerade unter den Frauen treue Anhängerinnen und Begleiterinnen hatte. Wenn gleich ein öffentliches Auftreten in der Gemeinde den Frauen nicht gestattet wird, so findet doch im Höchsten, in der Hoffnung auf die Gnade des Lebens, zwischen Mann und Weib kein Unterschied statt, 1 Pe. 3,7.

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