Erforschen
Erforschen bezeichnet ein ernstliches Untersuchen und genaues Ergründen einer Sache.
Bei Menschen wird es gebraucht von Personen und ihrem Tun und Handeln (1 Sa. 20,12; Pr. 1,13) und von Sachen, zum Beispiel ein Land, eine Stadt erforschen (Ri. 18,2; 2 Sa. 10,3; Mt. 2,4), hie und da im juridischen Sinn vom Untersuchen einer Rechtssache (Hi. 29,16; Spr. 25,2; Apg. 25,26). Das Forschen der Menschen geht vom Weisheits- und Wissenstrieb aus (Pr. 7,25; 12,9), hat aber seine Schranken teils in dem Maß der göttlichen Offenbarung (vgl. 1 Pe. 1,10. 11), teils in der Beschränktheit menschlichen Verstandes, der weder die Schöpfungswelt mit den Wundern Gottes (Hi. 5,9; 9,10; 36,26; Jer. 31,37; Wsh. 9,16), noch auch die innere Welt des eigenen Herzens ganz ergründen kann (vgl. Spr. 25,3; Jer. 17,9). Gott aber erforscht — vermöge unmittelbarer Durchschauung — alle Dinge, auch die innersten Tiefen des Menschenherzens (Ps. 139,1 ff.; Sir. 42,18; Röm. 8,27), weshalb ein Mensch, der auf den Grund seines Herzens kommen will, mit dem Psalmisten (Ps. 139,23) beten muß: erforsche mich Gott und erfahre mein Herz. Dasselbe wird von Christo (Offb. 2,23; vgl. Joh. 2,25) ausgesagt. Dem heil. Geist wird das Erforschen der Tiefen der Gottheit zugeschrieben (1 Kor. 2,10). Die höchste und vollkommenste Gotteserkenntnis wird also für uns Menschen vermittelt durch den h. Geist und dessen erleuchtende Innewohnung in uns.